Träume und Schäume
http://20six.de/segrina
powered by 20six.de
|
|
ein buch
ich solle meine gedichte publizieren schreibt mir ein freund ein buch machen er würde helfen einen verlag zu suchen ein buch!
aber jetzt fühle ich mich schon unter druck das ist dann viel arbeit bis zum druck ich muss noch mehr gedichte schreiben
aber ich schreibe ja gar keine gedichte sie werden mir geschenkt fliegen mir zu sind plötzlich einfach da, in mir ich kann es nicht befehlen nicht wollen und erst recht nicht müssen
mir gefällt diese form hier dichter weblog geben und nehmen gegenseitige inspiration
frei schreiben was spass macht was ich spüre mit lust und freude nicht als arbeit
doch kein buch noch nicht
|
|
|
wortwirbel
schneeflocken zerbrechen in lebensplänen schmelzen und wischen tagträume weg
auf nachtfahrten in den lichkegeln geschenkter träume
(joern's gedankensplitter durcheinandergewirbelt...)
|
|
|
vergessen
sachte schwingt das vergessen sieht mich nicht
schweigend warte ich werde mich vergessen
Es stimmt, das übersetzen solcher texte ist schwierig. übersetzen ist immer auch interpretieren. ich habe trotzdem versucht, mein französisches gedicht l'oubli zu übertragen.
|
|
|
l'oubli
doucement l'oubli se balance sans me voir
je me tiens tranquille je vais m'oublier
|
|
|
Das Wunder
möchte manches sagen grosse dinge
werde aber klein weiss nichts nichts mehr
als eines
das wunder
schweige finde nichts keine worte
das wunder das wunder
Du
(geschrieben 1975 - damals lernte ich den Mann kennen, mit dem ich heute verheiratet bin...)
|
|
|
Der Traum und Anmerkungen zum Gedicht
die wolfsfrau
Heute einmal, entgegen meiner Gewohnheit, ein längerer Text:
Diesen Traum habe ich am 26. Januar 2004, wenige Tage nach meiner Hüftoperation, im Spital geträumt. Ich habe ihn gleich am Morgen in mein Tagebuch geschrieben.
Der Traum beginnt hier im Spitalzimmer. Ein paar Schwestern holen mich ab und führen mich weg. Mein Bein ist noch schwer und steif. Sie führen mich in einen Raum, der aussieht wie eine uralte Kirche, mit dunklem, sichtbarem Gebälk. In einer kleinen Sakristei werde ich umgezogen. Es sind nun einfach ein paar Frauen um mich herum.Sie legen mir seltsame Kleider an, indianischer Art, würde ich sagen, Lederleggins, ein Fransenhemd und darüber einen wundervollen, weiten Mantel aus Wolfsfell, verziert mit Schwänzen und anderem Fell, das wie Augen, Wolfsaugen, eingesetzt ist. Der Mantel ist wunderbar warm und gibt mir ein Gefühl der Sicherheit und der Stärke. Dann bekomme ich einen Kopfputz aufgesetzt, der aus einem Wolfskopf, der wunderschön präpariert ist und Federn besteht. Ein kleiner Rest Angst bleibt mr. (der Wolf war jahrelang mein Ur-Angsttraum-Tier). Dann wird auch mein Gesicht bemalt, ich kann nicht sehen, wie ich aussehe, aber ich fühle mich stark und wunderschön.
Durch eine kleine Seitentür werde ich ins Freie geschoben und bin allein. Niemand hat mir gesagt, wohin ich gehen muss. Ich befinde mich in einer verschneiten Landschaft, links steigt ein Wald steil an, rechts sind Höfe, Häuser, kleine Weiler verstreut in der LAndschwaft. Ich gehe an den Häusern vorbei, auf den Wald zu. Je weiter ich gehe, schreite in meinem Ornat, umso leichter fällt mir das Gehen. Ich gehe einem kleinen Pfad entlang, weiter durch den Wald, überquere plötzlich eine belebte Skipiste, doch niemand scheint mich zu bemerken.
Dann finde ich mich auf einer kleinen Lichtung wieder, vier Frauen sitzen da, in Wildlederkleidung und mit langen, grauen Haaren. Sie schauen mich lange schweigend an. Dann sagt eine von ihnen: « Ouïne aï! » und die andern nicken. Ich weiss, dass sie gesaagt hat: « Sie ist es! » . Und plötzlich ist mir bewusst, das ich Trägerin einer wichtigen Botschaft bin. Eine der Frauen nimmt ein langes, schmales, altertümliches Messer, fast ein Stilett in die Hand und ritzt die Innenseite meines Oberschenkels, so dass ein kleines Rinnsal mein Bein entlangläuft und in den Schnee tropft, wie Menstrualblut. Ich gehe dann weiter, und dank des Blutes weiss ich, dass ich mich nicht verirren kann. Der Wald wird dichter und dichter, wilder und urtümlicher. Ich schreite, ohne Schmerzen, erwärmt und beschützt von meinem Wolfsmantel.
Dann gelange ich an einen Ort, wo die Landschaft ein nartürliches Amphitehater bildet. Viele Menschen sitzen dort, und als ich erscheine, geht ein Raunen durch die Menge. Auf einem kleinen freien Platz sitzen wieder einige Frauen, jede anders gekleidet, wie aus einer anderen Zeit oder einem anderen Erdteil. Die einzige Person, die ich kenne, Frau Dr. Magnan, eine Psychiaterin. Sie ist älter und breiter, noch mütterlicher als in Wirklichkeit. Sie lächelt mir zu. Ich stehe nun da, in der Mitte, gekleidet in dieses Wolfsornat, und ich fühle mich wie in meiner Pastorinnenzeit, bevor ich eine Taufe oder das Abendmahl feierte.
Dann bin ich plötzlich ausserhalb und beobachte mich. Die Wolfsfrau sinkt zu Boden, und aus ihr ertönt eine Stimme, die nicht die meine ist, und die in eienr Sprache, die ich nicht verstehe, zu sprechen anfängt. Und während die Stimme spricht, spüre ich, wie in den Menschen, die zuhören, und auch in mir die Angst, die Urangst, die Lebensangst schwindet und einem grossen, guten Mut Platz macht.
Und dann ist alles vorbei, ich stehe in meinen normalen Kleidern am Platz der Wolfsfrau, der Mantel liegt zu menen Füssen, und ich bin wieder ganz ich. Frau Dr. Magnan nickt mir zu und sagt: « Impressionnant! Non, vous n’êtes pas malade. C’est en vous. N’ayez pas peur ! » (« Beeindruckend ! Nein, Sie sind nicht krank. Es ist in Ihnen. Haben Sie keine Angst! »)
Hier endet der Traum.
Anzumerken ist, dass ich, als ich dies träumte, noch keine Ahnung von der Symbolik der Wolfsfrau in verschiedensten Mythologien hatte. Ich habe den Traum der Ärztin erzählt, als ich sie letzthin traf, und sie sagte mir, dass laut Freud die Wölfin der Archetyp der Urmutter sei, der Mütterlichkeit schlechthin (La Mère Universelle). Und sie dagte auch, dass dies ein sehr guter Traum für eine Frau in der Lebensmitte sei, ein Zeichen des Reifens und der Fähigkeit, wirklich für andere zu sorgen.
Ich habe dann auch ein wenig auf dem Internet gesucht und einige Texte gefunden, die mich total erstaunt haben, weil ich sie ja noch nicht kannte, als ich träumte.
Die Wolfsfrau
La Loba
White Wolf Woman
|
|
|
für moira
in grenzsituationen des lebens wachsen kräfte in dir
im angesicht des todes kannst du angst überwinden
auf dem dunklen weg mit geliebten menschen wird friede über dich kommen
die kraft liegt in dir
|
|
|
[erste Seite] [eine Seite zurück]
[eine Seite weiter]
|